Luxemburg wünscht sich einen 11. September

Luxemburg (EZ) | 12. September 2011 | Das Großherzogtum Luxemburg sehnt sich nach einem ganz persönlichen 11. September. Wie Premierminister Jean-Claude Juncker berichtet, möchte man auf diese Weise den Bekanntheitsgrad des zweitkleinsten Landes in Europa steigern und in der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen werden.

Juncker nahm die Feierlichkeiten zum Gedenken an die Opfer des Terroranschlags vor zehn Jahren auf das World Trade Center in New York zum Anlass, in einer extra einberufenen Pressekonferenz die scheinbare Bedeutungslosigkeit seines Landes zu beklagen. "Seit nunmehr zehn Jahren nimmt die Welt Anteil an dem Schicksal Amerikas", so der Premierminister. "Die ohnehin schon große und bekannte Weltmacht USA erreichte noch mehr internationale Aufmerksamkeit durch die furchtbaren Terroranschläge vom 11. September 2001." Tausende Fernsehstationen aus aller Welt hätten sich live eingeschaltet, als am Ground Zero gestern erneut der Opfer gedacht wurden.

"Es muss ein schönes Gefühl sein, wenn einen die ganze Welt kennt", so Juncker trotzig. "Wir können es nur schwer nachempfinden, da sich zu uns in der Vergangenheit noch kein Terrorist verirrt hat."
Man habe ohnehin schon einen schwierigen Stand in der Welt, da Luxemburg nunmal nicht das größte Land auf Erden, und der Einfluss auf die Weltpolitik entsprechend überschaubar sei, so Juncker weiter.
Auch die Kriminalität halte sich in Grenzen und verlasse eben jene so gut wie nie. "Wir können noch nicht mal mit fanatischen Amokläufern glänzen, die auch über die Grenzen hinaus Bekanntheit erlangen."

Juncker gibt zu, Amerika schon immer für 9/11 beneidet zu haben. "Es war sicherlich damals ein tolles Gefühl, aus nahezu jedem Land Anteilnahme und Mitgefühl ausgesprochen bekommen zu haben. Wie sehr wünsche ich mir, ebenfalls mal einen Anruf von Herrn Obama, Herrn Sarkozy oder Frau Merkel zu erhalten, die gemeinsam mit Luxemburg trauern ob der vielen Opfer, die ein Terroranschlag hier hervorgebracht hat. Aber nein, darauf können wir wohl noch lange warten."

Während man in Deutschland überwiegend mit Unverständnis auf die Aussage von Premierminister Juncker reagiert ("Wer ist Luxenberg" - Außenminister Guido Westerwelle), denkt die Al-Quaida über ein mögliches Anschlagsziel in ferner Zukunft in Luxemburg nach. "Im Augenblick sind wir jedoch restlos verplant", so Al-Quaida Chef Al-Sawahiri bedauernd. "Vorerst haben andere Länder Priorität. Aber wir werden dieses sympathische kleine Land gerne mit in unsere 'Hassliste' aufnehmen."
Vor Frühjahr 2017 werde es jedoch leider nichts, dämpft Al-Sawahiri zu hohe Erwartungen.

(PFE/Foto: Martin Möller [Cc-by-sa-2.0-de])
Jean-ClaudeMöchte sein Land in der Welt bekannter machen: Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker.





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